Fremde Materialien

Eine Lehrkraft darf von anderen hergestellte Materialien (ganz oder in Teilen) nur in dem Umfang nutzen, in dem dies

  • gesetzlich erlaubt oder
  • ausdrücklich vom Rechteinhaber gestattet ist.

Gesetzliche Erlaubnis

Gesetzlich ist es einer Lehrkraft erlaubt, für ihre eigene Unterrichtsvorbereitung (d.h. für sich selbst) analoge Kopien von

  • bis zu 12 % eines Werkes (maximal jedoch 20 Seiten) oder
  • einzelnen Beiträgen aus Zeitungen oder Zeitschriften herzustellen.

Die Lehrkraft darf diese Kopien später nicht an die Kursteilnehmer der Erwachsenenbildung verteilen.

Gestattung des Rechteinhabers

Zusätzliche Kopierrechte haben zunächst nur die Lehrkräfte an Volkshochschulen. Grund ist ein Vertrag zwischen dem Deutschen Volkshochschul-Verband e.V. (dvv) und der Verwertungsgesellschaft WORT (VG WORT).

Dieser Vertrag erlaubt die Herstellung analoger Kopien auch für die Unterrichtsteilnehmer und zwar von:

  • bis zu 12 % eines jeden Werkes (maximal jedoch 20 Seiten),
  • ganzen Werken, wenn diese maximal 25 Seiten haben und es sich hierbei nicht um Werke für den Lehrgebrauch handelt,
  • vollständigen Bildern, Diagrammen, Fotos und sonstigen Abbildungen.

Merke:

  • Für den Lehrgebrauch bestimmte Werke dürfen niemals vollständig kopiert werden. Hier gilt immer die 12 %-Grenze (bzw. maximal 20 Seiten).
  • Pro Semester und Kursus darf aus einem Werk nur einmal in dem genannten Umfang kopiert werden.
  • Die hergestellten Kopien dürfen an die Kursteilnehmer verteilt werden.
  • Es sind ausschließlich analoge Kopien (auf Papier) erlaubt. Das Einscannen, die Versendung per E-Mail, das Einstellen ins Internet sowie in Intranets ist nicht zulässig.   

Kopiervorlagen

Um den Lehrkräften in der Erwachsenenbildung die Arbeit zu erleichtern, bieten viele Verlage Kopiervorlagen an, entweder im Internet als Download oder als Heft. Diese Vorlagen sind entsprechend gekennzeichnet und können von der Lehrkraft für ihre eigenen Kurse in beliebiger Zahl vervielfältigt und an die Kursteilnehmer verteilt werden.

Verstöße gegen das Urheberrechtsgesetz sind kein Kavaliersdelikt. Sie sind strafbar. Als Sanktion sieht das Gesetz Geld- und sogar Freiheitsstrafen vor.